Viele Menschen kennen das Gefühl angespannter Schultern nach einem langen Tag. Die gute Nachricht: Mit einem einfachen Tennisball und ein paar Minuten Zeit können Sie sich zu Hause selbst etwas Gutes tun – ganz in Ruhe, im eigenen Tempo. Es geht dabei nicht um Leistung, sondern ums Lockern und Wohlfühlen.
Was Sie brauchen
Nur einen Tennisball und eine Wand. Mehr nicht. Kein Gerät, keine App, keine Vorkenntnisse. Der Tennisball ist bewusst weich und gibt nach – ideal zum sanften Einsteigen. Wer später einen festeren, gezielteren Druck mag, kann einen härteren Massage- oder Faszienball nehmen. Ein kleiner Trick für den Rücken: zwei Bälle in eine Socke stecken und zubinden – so liegen sie links und rechts neben der Wirbelsäule und rollen nicht weg.
Angenehme Stellen zum Lockern – Schritt für Schritt
1. Nacken und obere Schulter
Stellen Sie sich mit dem Rücken an die Wand und klemmen Sie den Ball auf den kräftigen Muskel zwischen Hals und Schulter (der, der beim Tragen schwerer Taschen hart wird). Gehen Sie leicht in die Knie und rollen Sie ganz langsam von der Schulter zum Hals hin. Bleiben Sie an einer angenehmen Stelle kurz stehen und atmen Sie ruhig weiter. Wichtig: seitlich bleiben, nicht mittig auf die Halswirbel.
2. Zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule
Hier versteckt sich Anspannung besonders gern. Legen Sie den Ball in die weiche Rinne zwischen der Innenkante des Schulterblatts und der Wirbelsäule – nicht auf den Knochen selbst. Mit kleinen, spiralförmigen Bewegungen die Unterkante des Schulterblatts entlangtasten. An einer wohltuenden Stelle den Druck ruhig 20 bis 60 Sekunden halten und weiteratmen.
3. Oberer Rücken – langsam auf und ab
Ball (oder die zwei Bälle in der Socke) zwischen oberen Rücken und Wand legen. Durch leichtes Beugen und Strecken der Knie rollen Sie langsam auf und ab – immer neben der Wirbelsäule, nie darauf. Zwei, drei ruhige Durchgänge genügen.
4. Schultern lockern und atmen
Zum Abschluss ohne Ball: die Schultern beim Ausatmen bewusst sinken lassen, ein paar langsame Kreise vor- und rückwärts. Dazu viermal langsam ein-, sechsmal langsam ausatmen. Das rundet die kleine Auszeit ab – und geht auch jederzeit im Sessel.
Wie viel Druck ist richtig?
Als Faustregel: Ihr Körpergewicht so weit an die Wand geben, dass ein deutliches, aber angenehmes Gefühl entsteht – ein „gutes Weh", kein echter Schmerz. An besonders festen Stellen fühlt es sich intensiver an; wird es scharf oder unangenehm, sofort den Druck herausnehmen. Lieber kürzer und öfter als einmal zu fest.
Der eigentliche Trick: Sie machen es selbst
Das Schöne an diesen Übungen ist, dass Sie niemanden dafür brauchen. Einmal gezeigt, gehören sie Ihnen – Sie können sie jederzeit wiederholen, wann immer Ihnen danach ist. Genau das ist der Gedanke: Hilfe zur Selbsthilfe, kleine Werkzeuge für den Alltag.
Wie ich dabei helfe
Bei meinen Besuchen in Erfurt zeige ich solche einfachen Entspannungstechniken zum Selbermachen gern – ich schaue mit Ihnen, was Ihnen guttut, und übe die Handgriffe so lange gemeinsam, bis Sie sie allein sicher anwenden können. Es geht ums Wohlgefühl und ums Zur-Ruhe-Kommen, nicht um Behandlung. Und wenn etwas ärztlich abzuklären ist, sage ich Ihnen das offen.
Das ist ein Teil dessen, was ich unter „Begleitung, die stärkt und belebt" verstehe: nicht nur Zeit mitbringen, sondern auch ein paar kleine Dinge dalassen, die den Alltag angenehmer machen.
Möchten Sie solche Übungen einmal gemeinsam ausprobieren?
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